Sofortiger Atomausstieg – GKN II jetzt für immer abschalten!

Akute Super-GAU-Gefahr
Protestspaziergang während der Revision des AKW Neckarwestheim II

  • EnBW und Atombehörden versuchen mit Provisorien, das AKW Neckarwestheim II („GKN II“) noch über die nächsten 18 Monate zu bringen, obwohl es sich im Dauerstörfall der Stufe INES 2 befindet.
    Umweltschützer/-innen fordern vor dem AKW: es darf nach der „Revision“ nicht wieder starten!

„AKUTE GAU-GEFAHR“ stand heute in großen atomgelben Buchstaben vor dem AKW in Neckarwestheim. Und mit dem Satz „ROST-RISIKO ABSCHALTEN“ wurde auf die nicht beherrschte Korrosion in den 4 zentralen Dampferzeugern dieses AKWs hingewiesen und gefordert, dass es nach der jetzigen Jahresrevision nicht wieder angefahren werden darf.

„Kann es sein, dass die Atomaufsicht zum 5. Mal ein beschädigtes AKW wieder starten lässt, obwohl dieses längst die Vorschriften nicht mehr erfüllt? Wozu gibt es eine Atomaufsicht, wenn diese aktiv wegschaut?“ fragte vor dem AKW F. Wagner vom Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar (BBMN), und ergänzte: Haben Umweltministerium und Ministerpräsident aus den Fehlern der letzten Jahre nichts gelernt? 2017 hat die EnBW dem Ministerium nicht die volle Wahrheit gesagt, 2018 wurden 100 Risse übersehen, 2020 und 2021 ließ die Atomaufsicht Schmalspur-Gutachten erstellen, die jedes Mal gezielt am Problem vorbei gingen.“

Das sind die Fakten:

  • Die korrosiven Prozesse im Reaktor lassen sich evtl. bremsen, aber nicht stoppen , so lange die Dampferzeuger und die Kondensatoren nicht ausgetauscht sind.
  • Flicken und Verstopfen hilft nicht, so lange die Rostbeläge, die Spannungsprobleme, die Kondensatorlecks und die angegriffenen Heizrohre vorhanden sind.
  • Ein Betrieb des AKWs in dieser geschädigten Verfassung ist ein Störfall der Stufe INES 2, ein INES 2-Störfall verbietet aber eindeutig einen Weiterbetrieb, da nutzen alle Rechentricks und Wortverdrehungen von EnBW und Ministerium nichts.
  • Wir haben wiederholt belegt, dass die EnBW bei mindestens 4 Rohren in den Berechnungen getrickst hat und dass das Ministerium seine behaupteten  Nachweise „Leck vor Bruch“ und „Integrität“ nicht liefern kann.
  • Sollten ein oder mehrere Rohre bersten, sind Schäden bis zum Super-GAU möglich.

Es ist fatal und unverantwortlich, dass hier einfach auf Zeit gespielt wird. Dafür ist das Risiko zu groß.

Gegen die Untätigkeit der Atomaufsicht haben wir zusammen mit dem Bündnis .ausgestrahlt beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim Klage plus Eilantrag eingelegt.
„Würden Umweltministerin Walker und Ministerpräsident Kretschmann das Anfahren des Rost-AKWs noch vor der Entscheidung des Gerichts wieder erlauben, käme dies einem skandalösen Blindflug gleich, zumal noch dazu der
Anfahrvorgang einen besonders kritischen Ablauf darstellt“, fasste Wagner die Brisanz der aktuellen Situation zusammen.

Mit einem weiteren Redebeitrag ordnete H. Würth vom Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim die Notwendigkeit des sofortigen Atomausstiegs bei allen Atomanlagen in den umfassenden Rahmen der Energiewende und des Klimaschutzes ein:

Die in Deutschland noch laufenden 6 Atomkraftwerke sowie die Kohlekraftwerke behindern die rasche weitere dezentrale Energiewende. Ihr fossiler und umweltschädlicher Strom wird bevorzugt eingespeist. Nach den bestehenden Regelungen werden stattdessen Windparks oder große Solaranlagen mit „grünem Strom“ abgeschaltet. Gerade so darf es nicht laufen!

Deshalb

  • fordern wir den sofortigen Atomausstieg!
  • fordern wir: den Kohleausstieg sofort beginnen, bis spätestens 2030 beenden!
  • fordern wir die rasche weitere Energiewende – weg mit den Ausbremsregelungen!

(Fotograf: Julian Rettig)
Wir danken dem Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
für die Organisation des Sonntagsspaziergangs!