Archiv für März, 2010

Kundgebung am Atomkraftwerk Neckarwestheim war ein voller Erfolg

Sonntag, 21. März 2010, Neckarwestheim

Bericht und Film hier
Hier der offizielle Presse-Nachbericht des 35 Organisationen umfassenden Veranstalterbündnisses:

Über 4800 Menschen fordern: AKWs endlich abschalten!
Jung und Alt bei Großkundgebung am Pannenmeiler in Neckarwestheim
Die Anti-Atom-Bewegung lebt: Heute hat der größte Protest gegen Atomenergie im Südwesten seit mehr als zehn Jahren stattgefunden. Mehr als 4800 Menschen haben in Neckarwestheim gegen die von der Bundesregierung geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke demonstriert. Zu der Großkundgebung hatte ein Bündnis aus 35 Verbände, Initiativen, Stiftungen und Parteien aufgerufen – darunter die Aktionsbündnisse Castorwiderstand und Energiewende Heilbronn, .ausgestrahlt, BBMN, BDKJ, Bündnis 90/Die Grünen, BUND, Deutsche Umweltstiftung, Energiewende-Komitee, DGB, Die Linke, DUH, IPPNW, Landesjugendring, LNV, NABU, Naturfreunde und SPD. „Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) beweist seit Wochen wie überflüssig das Atomkraftwerk Neckarwestheim 1 ist“, sagte in der Hauptansprache der Bundesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Prof. Dr. Hubert Weiger. Denn der Reaktor produziert derzeit weniger als ein Drittel seiner möglichen Strommenge. „Mit diesem Trick versucht die EnBW die Abschaltung hinauszuzögern bis das Energiekonzept der Bundesregierung vorliegt“, betonte Weiger. Dahinter steckt die Hoffnung des Energieversorgers, dass auch dieser Uraltmeiler noch länger laufen darf. „Der störanfällige Pannenreaktor ist gefährlicher als Krebs und überflüssiger als ein Kropf. Er muss sofort vom Netz“, forderte Weiger.
„Wenn der Meiler endlich abgeschaltet wurde, wird das wegen der Stromüberproduktion niemand merken.“
Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke blockieren die Energiewende.
Statt die erneuerbaren Energien zu fördern, sorgen sie vor allem für zusätzliche Milliardengewinne der vier großen Stromversorger in Deutschland. Aber gegen die von der schwarz-gelben Bundesregierung geplante Änderung des Atomgesetzes regt sich vielerorts heftiger Widerstand. „Die heutige Kundgebung wird durch ein breites gesellschaftliches Bündnis von über 35 Organisationen getragen. Von jung bis alt und über Parteigrenzen hinweg sind heute Tausende auf die Straße gegangen, um gegen die aktuelle Pro-Atompolitik zu demonstrieren“, sagte Weiger. „Es ist an der Zeit, dass die schwarz-gelbe Bundes- und Landesregierung erkennen, dass die Ablehnung der Atomkraft selbst in den eigenen Reihen und bei ihren Wählern viel größer ist als die Zustimmung.
Wir fordern Sie deshalb auf: Schalten Sie die AKWs endlich ab!“
Die neu entbrannte Debatte über die Erkundungsarbeiten im Salzstock Gorleben, die Skandale um die atomaren Endlager in Morsleben und Asse zeigen: Das Problem des strahlenden Atommülls ist völlig ungelöst. „Noch ist kein einziges Gramm der Tausende von Tonnen hoch radioaktiver Abfälle sicher entsorgt und jährlich fallen weitere 500 Tonnen hoch radioaktiver Abfälle an. Eine sichere ‚Endlagerung’ war eigentlich Genehmigungsvoraussetzung – mittlerweile ist allen klar: Ein sicheres Endlager kann und wird es nie geben. Deshalb braucht es den schnellstmöglichen Atomausstieg und deshalb darf es auch keine Laufzeitverlängerung geben“, betonte die baden-württembergische BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender für das Aktionsbündnis.
Die Kundgebung war der Auftakt für den heißen Anti-Atom-Sommer 2010.
Weiter geht es mit Aktionen am 24.4.2010 in Biblis und der parallel stattfindenden Ketten-Re-Aktion zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel, Mahnwachen zum Tschernobyltag (26.4.2010), dem Anti-AKW-Pfingsttreffen in der Schweiz (24.5.2010) und weiteren Aktionen – auch in Süddeutschland. Alle teilnehmenden Organisationen waren sich einig: „Wir werden nicht aufhören zu protestieren, bis diese Dinosauriertechnologie endlich der Vergangenheit angehört.“
Vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer bei der Demo, an alle, die Werbung gemacht haben, Plakate geklebt und Busse organisiert haben.
Vielen Dank an die Demo-Vorbereitungsgruppe, die super und professionell gearbeitet hat.

Der Widerstand geht weiter – bis alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind!

Kategorie: Archiv BBMN | Erstellt am Mittwoch 24. März 2010

BBMN-Kritik an Reaktor-Drosselung – 21. März Kundgebung in Neckarwestheim

Sonntag, 21. März 2010, Neckarwestheim

Der Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar e.V. (BBMN) kritisiert, dass -wie heute gemeldet- der Energieversorger EnBW das Atomkraftwerk Neckarwestheim I gedrosselt am Netz halten will bis im Herbst das Energiekonzept der Bundesregierung steht.
Wenn das Kraftwerk auf 250 Megawatt gedrosselt gefahren werden kann, zeigt das: Der Strom von Block I wird überhaupt nicht gebraucht. Der Uralt-Reaktor Neckarwestheim I trägt jetzt schon weniger als 1% zur deutschen Stromversorgung bei, gefährdet aber im Falle eines Unfalls ganz Baden-Württemberg. Der BBMN fordert deshalb die EnBW auf, statt die Abschaltung der erdbebengefährdeten Anlage weiter hinauszuzögern, endlich Priorität auf Sicherheit und nicht auf Profit zu legen.
Außerdem wird das Strecken des Stromkontingents bis in den Herbst nicht ausreichen. Das Energiekonzept der Bundesregierung muss erst in Gesetzesform gegossen werden und durch Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden. Ob bis dahin die Regierung noch eine Bundesratsmehrheit hat, ist ungewiss. Die EnBW wäre gut beraten, sich nicht auf diese ungewissen Szenarien zu verlassen, sondern den Kurs umzusteuern: Weg vom Atom, hin zu den erneuerbaren Energien!
Bürgerinitiativen und Verbände werden weiter Druck auf die Energiekonzerne und die Politik ausüben. Es muss deutlich werden: Wir wollen die Abschaltung! Antiatombewegung ist derzeit ganz besonders wichtig!

Kategorie: Archiv BBMN | Erstellt am Montag 8. März 2010